10 Mindset Shifts aus dem Design Thinking

10 Mindset – Shifts aus dem Design Thinking

In den letzten drei Jahren hat mich die Herangehensweise im Design Thinking tief geprägt. Mein Blick und meine Einstellungen haben sich verändert. Design Thinking ist nicht nur ein vollgepackter Methodenkoffer entlang von sechs Stufen (Verstehen – Beobachten – Standpunkt definieren -Ideenfinden – Prototyp entwerfen – testen), im Design Thinking steckt auch eine Haltung dahinter. Eine Haltung, die es möglich macht aus komplexen vielschichtigen Problemen zielgerichtet sehr gute Lösungen zu entwerfen. Hier sind meine persönlichen Top Ten:

  1. Verstehen – die wahre Ursache ergründen, statt Symptome löschen
    Vielleicht geht es dir auch so: du hörst von einem Problem und sofort meldet sich die Gehirnzentrale mit der vermeintlich passenden Lösung. Dagegen nimmt im Design Thinking die Erkundung des Problemraums einen ähnlich hohen Stellenwert ein, wie der Lösungsraum. Der Blick hinter die Kulissen, die Unterscheidung zwischen Symptomen und die Suche nach der wirklichen Ursache ist zugleich auch ein echt spannendes Feld. Der erste Impuls zur Lösung kann geparkt und für später aufgehoben werden. Es lohnt sich, etwas Zeit und Energie in das Problemverständnis zu investieren. Ein Perspektivwechsel ist dafür ein guter Anfang.
  2. Perspektivwechsel – die Sicht der Nutzer und Nutzerinnen ist nicht meine eigene
    Welche Bedürfnisse stecken in dem Problem? Was ist hier wichtig? Ich könnte hier meine eigenen Annahmen als absolute Wahrheit sehen. Diese Annahmen sind aber nur Hypothesen. Ich könnte mich auf die Perspektive der Nutzer und Nutzerinnen einlassen, hineinhorchen, Fragen stellen, mehr aus der Sicht einer anderen Person erfahren. Und so spannende neue Erkenntnisse und Informationen lernen. Da draußen gibt es so viel mehr zu erfahren, als ich im jetzigen Zeitpunkt weiß oder zu glauben zu wissen. Zum Perspektivwechsel gehört auch immer eine gute Portion Empathie.
  3. Empathie – die Kunst der Feinfühligkeit
    Empathie bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft, Empfindungen, Emotionen, Gedanken, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen, zu verstehen und nachzuempfinden [Wikipedia]. Empathie ist eine Voraussetzung für einen gelungenen Perspektivwechsel. Empathie ist die Grundlage nutzerzentrierte Innovationen zu gestalten. Um Empathie zu entwickeln hilft es mir, das Ego zurück zu halten. Und was passiert mit all die faszinierenden Erkenntnisse?
  4. Fokus – das Ziel nicht aus den Augen verlieren
    Fokus ist unerlässlich um zielführend voran zu schreiten. Es ist zugleich auch immer wieder eine Entscheidung für die Themen, die gerade dran sind. Und es ist sogleich eine Entscheidung, auch spannende Themen außen vor zu lassen.
  5. Ideen – viele wilde Ideen und noch mehr, um daraus schöpfen zu können
    Auf eine Fragestellung gibt es unzählige Antworten. Es gibt kein richtig oder falsch. Früher dachte ich immer, es gäbe nur einen Weg. Den Weg den mein Gehirn mir als ultimative Wahrheit aus Punkt 1 vorgaukelte. Pustekuchen. Die schönste Lösung liegt in der Vielseitigkeit der unterschiedlichen Ideen, in der Kombination, im Weiterdenken, auf den Ideen aufbauen, querdenken, und noch mal in eine ganz andere Richtung blicken. Wenn der Fundus an Ideen und Möglichkeiten groß ist, lässt sich die wirklich passende Lösung viel leichter schöpfen.
  6. Prototyping – stop talking start doing
    Die Idee ist noch keine Lösung. Es ist ein Gedankenkonstrukt. Ein Gedankenkonstrukt, das mein Gegenüber garantiert anders wahrnimmt und versteht als ich. Erst ein erlebbarer Prototyp, eine Verwirklichung der Idee, macht diese greifbar. Das Prototyping ist eine Einladung, ins Tun zu kommen, zu machen, Auszuprobieren. Nur so entwickelt sich die Idee zu etwas Realem, sei es in Form von Experimenten, sei es in Form einer anderen Darstellung, sei es im Begehen eines ersten kleinen Schrittes. Nur wenn ich ins Tun komme, kann ich voran gehen. Der Prototyp ist ein besserer Ausgangspunkt für Feedback als das Vortragen des anfänglichen Gedankenkonstrukt.
  7. Feedback – stets und immer willkommen
    Auch das war ein persönliches Learning – Feedback nicht als persönliche Kritik, sondern als eine Chance zur Weiterentwickelung zu sehen. Mit einer Haltung, die Feedback stets und immer willkommen heißt, sähe ich den Grundstein mit Hilfe des Feedbacks zu lernen.
  8. Lernen – und man lernt nie aus
    Design Thinking ist wie eine Reise. Wie das Leben selbst. Ich beschäftige mich mit neuen Dingen, gehe tief hinein und versuche Zusammenhänge zu bilden. Es ist eine ständige Reflektion von Prozess und Standpunkt. So geschieht Lernen. Mit jeder noch so kleinen Verbesserung erfolgt die Weiterentwicklung schrittweise. Mit jeder Schleife, mit jeder Iteration kommt der Erkenntnisgewinn. Die Bereitschaft zum Lernen ist in meinen Augen eine Grundvoraussetzung für agiles Arbeiten und für zukünftige Organisationen. Zum Iterieren und Weitergehen ist das Loslassen essenziell.
  9. Iteration – kill your darling
    Was würde passieren, wenn wir unsere geliebte in einen ersten Prototyp gegossene Idee verwerfen und das Thema neu denken? Die Lösung bekommt eine andere Qualität. Probiert es mal aus, macht ein Experiment daraus. Lasst eure anfängliche ultimative phänomenale Idee, zumindest für einen kurzen Moment, los. Jede Schleife ist ein neuer Erkenntnisgewinn, die dem Lernen dient.
  10. Spaß – die Dinge nicht so ernst nehmen
    Eine gute Portion an Spaß ist im Design Thinking eine Grundzutat. Damit kommt eine Leichtigkeit ins Spiel. Wenn ich selbst mit der Haltung „ich will Spaß und Freude bei dem, was ich tue“ ans Tagwerk gehe, dann schwappt diese Einstellung auf mein Gegenüber. Wir haben doppelt Spaß, gemeinsam.

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