Fokus

FOKUS

Analogien für das kollektive Scharfstellen der Aufmerksamkeit

Das Scharfstellen der Linse, die Konzentration der Energie, sei es die eigene oder die Schaffenskraft der gesamten Organisation: Wie schaffen wir es, uns konzentriert den richtigen Dingen zur passenden Zeit zu widmen? Wie schaffen wir es, ohne uns abzulenken uns den wichtigen Themen zuzuwenden, es als einzelne Person wie auch im Kollektiv?

Es ist wie in der Physik – auf der einen Seite steht der Brennpunkt der Linse, der im lateinischen auch Fokus genannt wird. Auf der anderen Seite steht die Zerstreuung des Lichts. Und genauso verhält es sich mit unserer Aufmerksamkeit. Diese kann fokussiert und gebündelt stattfinden oder Zerstreuung finden.

Wir leben in einer Aufmerksamkeitsökonomie. Die Aufmerksamkeitsspanne ist begrenzt. Und allerlei um uns herum möchte gern von unserer Aufmerksamkeit eine Scheibe abschneiden. Um sich hier nicht unbewusst ungewollten Aufmerksamkeitsfresser zu bedienen, gibt es bereits allerlei Studien und Tools für die Effizienzoptimierung.

Wie gelingt uns jedoch die Bündelung der Kraft im gemeinsamen Tun, in der Organisation? Potenzieren sich hier die Herausforderungen mit unserer begrenzten Aufmerksamkeit? Ich selbst, ich weiß es nicht. Vielleicht helfen uns für die Lösung ein paar Analogien aus der agilen Welt:

  1. Die To-Do-Liste im Kanban-Board
    In der Anleitung von „Getting Things Done“ ist es wichtig die Themen und Aufgaben, die einem ad hoc einfallen gleich niederzuschreiben und sich weiter einer Sache zu widmen. Später werden diese Items kurz bewertet und kategorisiert. Hierfür kann das Backlog eines Kanban-Board des Teams dienen. Kanban hat noch mehr hilfreiche Rahmenbedingungen, um den Fokus im Team zu schärfen: es gibt drei Spalten – das Backlog (To Do), die derzeitigen aktuellen Aufgaben, denen sich das Team widmet (Doing) und die Spalte der Ergebnisse (Done). Dabei sollte die Doing-Spalte á la Lean Manufacturing begrenzt sein und erst wenn ich etwas abgearbeitet habe, kann eine neue Aufgabe in den Fokus rücken.Eine ToDo-Liste auf kollektiver Ebene ist sicherlich ein profanes Mittel für die Fokussierung auf Augenhöhe, bis wir wirklich zur absoluten Selbstorganisation gelangen. Für die Priorisierung kann das Framework OKR dienen.
  2. OKR als Priorisierungstool bei einer Vielzahl von Aufgaben
    OKR kann als unternehmensweites Zielsystem dienen. Das „Objectives“ im OKR-Set ist der qualitative Ziel-Zustand, der nach einem festgelegten Zyklus erreicht werden soll und die „KeyResults“ sind die Schlüsselindikatoren, die quantitativ die Erreichung des Objectives überprüfbar machen.  Allen Mitarbeitenden ist Dank OKR bewusst, wo das Team im Projekt steht, wo die anderen stehen, wohin das gesamte Unternehmen möchte und was jede:r einzelne individuell dazu beitragen kann. Es befähigt Mitarbeitende, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen.Und manchmal reicht die ToDo-Liste und die Priorisierung nicht aus. Vielleicht braucht es auch manchmal die Zerstreuung? Lasst und eine Brücke zum Design Thinking schlagen.
  3. Der POV im Design Thinking Prozess
    In einem Design Thinking Prozess wechselt sich Zerstreuung und Fokus immer wieder ab. Das ist das Erfolgsrezept für eine passende Lösung. Es ist der Diamant. Die Zerstreuung ist wichtig, um Erkenntnisse einzuholen und Informationen zu sammeln, um erst einmal alles zum Beispiel in Form eines Brain Dump nieder zu schreiben, um sich inspirieren zu lassen und vielleicht auch einfach mal eine Pause zu machen. Der Fokus dient dazu, sich auf die richtigen Dinge zur passenden Zeit zu konzentrieren. Wir sollten bei all den Fokus und den Tools für die gebündelte zielgerichtete Widmung der Aufmerksamkeit die Phasen der Zerstreuung für die Aufgabenbewältigung nicht unterschätzen.

Wie macht schafft ihr es, in eurem Team den Fokus zu konzentrieren und zu halten? Welche Erfahrungen hast du gemacht?

Yvonne Horn

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